In Deutschland gibt es viele Kinder, die nicht genug zu essen haben. Dies wird von vielen Menschen nicht wahrgenommen oder auch verdrängt.
Viele Eltern oder alleinerziehende Elternteile leben von der Sozialhilfe. Weil das wenige Geld schon für viele andere Dinge ausgegeben werden muss, kann nur am Essen gespart werden. Um solchen Kindern wenigstens an Schultagen ein gesundes Schulbrot anzubieten, haben wir die Schweinfurter Kindertafel gegründet.
Kinder sind die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft. Sie hängen ganz von ihren Eltern oder alleinerziehenden Elternteilen ab. Sie haben sich ihre Lebenssituation nicht ausgesucht, sondern sind in sie hineingeboren worden. Sie kennen kaum andere Lebenslagen. Kinder sehnen sich oft nach Lebensveränderungen, von denen sie nicht wissen, wie sie aussehen.
Studien belegen, dass vor allem einkommensschwache Menschen häufig an Lebensmitteln sparen und eine ausgewogene Ernährung vernachlässigen. Unregelmäßige, ungesunde oder mangelnde Ernährung wird so zu einem Gesundheitsrisiko. Arm = krank + hungrig, diese Gleichung darf nicht aufgehen! Zumal an anderer Stelle noch nicht abgelaufene Lebensmittel weggeworfen werden.
Hamburg · Jedes siebte Kind isst morgens nichts, bevor es in die Schule geht. Das zeigt eine Eltern-Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Die Gründe dafür sind vielfältig: Jeder vierte Befragte gab an, dass sein Kind morgens keinen Appetit habe. Und sogar jede dritte Mutter und jeder dritte Vater sagten, dass morgens keine Zeit fürs Frühstück sei. Diese sollte man für eine gesunde Morgenmahlzeit jedoch immer freischaufeln, rät TK-Ernährungswissenschaftlerin Alexandra Krotz: "Kinder sind nur dann richtig fit für die Schule, wenn sie morgens in Ruhe frühstücken".
Mit leerem Magen können Körper und Geist keine Leistung bringen. Die Folge: Die Kinder sind reizbar, nervös und können sich nicht richtig konzentrieren. Und das ist schon auf dem Schulweg wichtig: Kinder bewegen sich sicherer, wenn sie zeitig aufgestanden sind und entspannt gefrühstückt haben. Spätestens in der großen Pause überfällt die kleinen Frühstücksmuffel der große Heißhunger. Dann greifen sie am liebsten zu Süßigkeiten. Besonders ungünstig ist es deshalb, wenn Kinder statt eines gesunden Pausenbrotes ein paar Euro in der Tasche haben und am nächsten Kiosk nach Herzenslust zu Schokoriegeln und Weingummi greifen. Denn Süßigkeiten treiben den Blutzuckerspiegel kurzfristig in die Höhe, lassen ihn aber auch schnell wieder sinken - und schon droht das nächste Leistungstief.
Nach der TK-Umfrage geben immerhin sechs Prozent der Grundschuleltern ihren Kindern Geld für einen Pausensnack mit in die Schule. Von den älteren Kids kauft sich diesen schon fast jedes vierte selbst. Der Großteil der Mütter und Väter (95 Prozent der Grundschuleltern) schwören aber immer noch auf das gute alte selbstgeschmierte Pausenbrot. Das ist auch die beste Alternative für Kinder, die morgens partout nichts frühstücken wollen. "Da hilft kein Zwang", beruhigt Krotz die Eltern von kleinen Morgenmuffeln. Besser sei es jedoch, wenn sie vor der Schule wenigstens ein Glas Milch, Kakao oder Fruchtsaft trinken.
Für alle anderen Kinder empfiehlt Krotz zum Frühstück Müsli mit Milch, Nüssen, Rosinen und frischem Obst, etwa Apfel- und Bananenstücken. "Das gibt einen richtigen Energieschub", so die Ernährungsexpertin. Alternativ kann morgens auch Vollkornbrot auf dem Speiseplan stehen - am besten mit Kräuterquark oder als süße Alternative mit Quark und Bananenscheiben. Hier haben viele Kids noch Nachholbedarf: Nur jedes dritte Kind isst täglich - wie Ernährungsexperten empfehlen - Vollkornbrot, -brötchen oder Schwarzbrot. Das hat der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KIGGS) des Robert-Koch-Instituts ergeben.
Weitere Informationen zum gesunden Start in den Tag enthält die TK-Broschüre "Ernährung". Sie steht unter www.tk-online.de zum Herunterladen bereit (Suchwort "Broschüre Ernährung").
Zum Hintergrund Für die repräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK bundesweit 1.000 Eltern befragt, in deren Haushalt ein Kind zwischen sechs und 18 Jahren lebt. Weitere Ergebnisse sowie Pressefotos zu den Themen Ernährung und Schule sind in dem aktuellen Sonder-Medienservice "Endlich Schulkind! ABC-Schützen im Anmarsch" unter www.presse.tk-online.de zu finden.
SCHWEINFURT · „Fußball Spezial for Charity“ heißt das Turnier, mit dem die „Interessengemeinschaft Fußballfreunde“ seit diesem Jahr karitative Einrichtungen unterstützt. Auf dem Gelände des FC Altstadt kämpften zehn Stammtischmannschaften um den Wanderpokal. Dabei kamen 2530 Euro zusammen, die nun an die Schweinfurter Kindertafel gingen. „Das ist die größte Spende, die wir von einer Privatinitiative erhalten haben“, freute sich der Vorsitzende Stefan Labus. Der Verein verteilt Pausenbrote an Schweinfurter Grund-, Haupt- und Förderschulen. „Etwa 250 Päckchen schmieren wir pro Tag. Das sind 50 000 Stück im Jahr für 13 Schulen“, so Labus. Er erinnert daran, dass jedes fünfte Kind der Stadt in Armut lebe. Gemeinsam mit Schirmherr und Pokalstifter Ferdinand Heil hält er den Scheck in die Höhe.
Schweinfurt· Die höchste Einzelspende in ihrer noch jungen Geschichte bekam die Schweinfurter Kindertafel in den Räumen der Lohnsteuerhilfe Bayern überreicht in Schweinfurt. Exakt 2530.- Euro kamen bei der Fußball-Charity zusammen, die vor kurzem stattgefunden hat. Zehn Mannschaften nahmen an dem Kleinfeldturnier teil, das vom XXL-Grill-Schorle Team gewonnen wurde. Hauptgewinner war aber die Schweinfurter Kindertafel, die sich über den Reinerlös, die Spenden und den Erlös von von Speisen und Getränken freuen konnte.
Die „Blitzidee" wurde von dem Orga-Team um Udo Hofer bei einem Fußball-Fernsehnachmittag geboren. Taufpate war, unfreiwilligerweise, Bayernpräsident Uli Hoeneß und sein soziales Engagement regten zu einer Nachahmung an. Das die Spende gut angelegt sei, führte Kindertafel-Vorsitzender Stefan Labus aus. „Gelder aus der Region bleiben in Region, da wir ausschließlich bei regionalen Händlern einkaufen. Ihr spontaner Gedanke, die Kindertafel mit der Spende zu beglücken, war daher goldrichtig." Das Fußballturnier, so die Organisatoren, werde auf alle Fälle eine Wiederholung finden. Allein schon wegen der großen Resonanz und dem guten Zuspruch, so Udo Hofer der allen ehrenamtlichen Helffern und allen Sponsoren dankte.
Das Foto zeigt bei der Scheckübergabe v.l.: Dieter Bauer, Stefan Labus (Vorsitzender Kindertafel), Ursula Abersfelder, Turnierleiter Norbert Traut, Hauptsponsor Ferdinand Heil, Heinz Meier, Axel Schöll, Udo Hofer und Karlheinz Surauf. Foto: Erich Valtin
GRAFENRHEINFELD · Stolze 1200 Euro haben 50 Schülerinnen und Schüler der International School Mainfranken (ISM) bei ihrem diesjährigen Spendenlauf gesammelt. Bereits zum dritten Mal waren die Kinder der Klassen eins bis sieben im Rahmen des Sporttags für den guten Zweck unterwegs. Neun Kinder schafften 30 und mehr Runden.
In diesem Jahr erhält die Kindertafel in Schweinfurt das eingesammelte Geld. Seit gut einem Jahr werden dort von Ehrenamtlichen gesunde Frühstückspäckchen für mittlerweile 13 Schweinfurter Schulen gepackt. Mitte Juli ist das 50 000. Frühstück eingetütet worden. Ein toller Erfolg für den Vorsitzenden Stefan Labus und sein Team, gleichzeitig aber auch ein trauriger Hinweis, dass immer weniger Kinder die so wichtigen Pausenbrote von zu Hause bekommen, meinten die Schüler.
Die in Deutschland möglicherweise einmalige Frühstücksaktion finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Etwa 1,60 Euro werden pro Frühstück ausgegeben, informierte Stefan Labus. Dennoch sei die Kindertafel nicht darauf ausgerichtet, den Eltern die ordentliche Ernährungsversorgung ihrer Kinder abzunehmen, sondern vielmehr darauf, das Bewusstsein für die Wichtigkeit eines gesunden Starts in den Tag zu schärfen.
Für die ISM war der Sporttag die letzte Aktion in Grafenrheinfeld. Zum neuen Schuljahr öffnet die Schule in Unterspießheim ihre Türen, für etwa 80 Kinder der Klassen eins bis acht, da in Grafenrheinfeld der stetig wachsenden Schule nicht genügend Raum zur Verfügung steht.